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Die Familie Löffler (VIII. - IV. Ahnenreihe)

Wir haben im ersten Teil den Marckhgott’schen Mannstamm behandelt und die frühest in denselben einmündenden Frauenstämme, über die nicht viel erforscht werden konnte, im fortlaufenden Text eingeschaltet. Nur die Familien Delapina und Maurer, von denen etwas mehr zu sagen war, wurden abgesondert im Nachhange zu dem betreffenden Abschnitt der Marckhgott-Geschichte behandelt. Umfangreicher gestaltet sich die Geschichte der später einmündenden Frauenstämme Löffler, v. Anthoine und Jax, denen daher mit den ihnen weiter zufließenden Familien je ein eigener Teil unserer Familiengeschich¬te gewidmet wird.
Dem chronologischen Aufbau derselben folgend, kommt nun zunächst die Familie Löffler zur Behandlung, an die sich die 2 wichtigen Familien Rechberger-Oberneukirchen und Rechberger-Mühldorf anschließen, von denen erstere einen gemeinsamen Ausgangspunkt für die Linie Löffler-Marckhgott einerseits und Jax-Jax andererseits darstellt.
Für diese und die Familie Löffler selbst erübrigt es sich auch, die zeitgeschichtlichen und umweltlichen Verhältnisse im allgemeinen zu schildern, es sind dieselben marktbürgerlichen, wie wir sie beim Marckhgott-Stamm angetroffen haben. Nur der Stamm Rechberger-Mühldorf hat weitgehend bäuerliches Blut.
Die Löffler stammen, wie ich noch von Jugend her weiß und nun durch Nachforschungen, deren reiches Ergebnis ich grundlegend meinem Freunde, dem hochwürdigen Schlägler-Chorherrn Stephan Bühler, der eine Zeit lang Kaplan in Friedberg in Böhmen war, verdanke, aus diesem Böhmerwaldmarkte. 1684 VII 13 erwarb Martin Löffler von seinem Schwiegervater Daniel Bayr eine bürgerliche Behausung im Markte Friedberg. Seine Frau hieß Regina und heiratete nach Martins Tod (+ 1689 III 26) 1689 X 7 einen Johannes Multerberger.
Martin und Regina hatten laut Taufmatrik 2 Kinder, die 1687 II 17 geborene und noch im selben Monate verstorbene Rosina und den Sohn Daniel, geb. 1688 III 21, der 1716 VIII 30 Maria Paukhner heiratete und 1763 XII 1 starb. Er war wie sein Vater Bürger und Leinweber in Friedberg und, wie aus der Taufeintragung seines Sohnes Paul hervorgeht, auch Ratsverwandter. Seine Frau war 1689 VI 26 in Stuben (Karlshöffen) Pfarre Oberplan in Böhmen als Tochter des Jakob und der Regina Paukhner geboren und starb 1767 I 23 in Friedberg.
Aus dieser Ehe sind 4 Kinder bekannt:
1. Franz, geb. 1717 VII 10, er dürfte der laut Mitteilung Frl. Fanny Greipls im Friedberger „Memoralienbuch“ erwähnte, nach Unterwuldau – 2 Stunden von Friedberg entfernt – verzogene Löffler sein. Ein Franz Löffler aus Unterwuldau, wohl ein Nachkomme des erstgenannten, erwarb später um 1810 von Jakob Schmiedinger das Haus Nr. 10 in Friedberg, das heute noch das Löfflerhaus heißt, auch „Seifensieder“ nach einem Mathäus Löffler, der wohl ein Bruder jenes Franz war und dessen Gewerbe darauf betrieb. Das Vaterhaus Nr. 42, jetziger (1933) Besitzer Georg Zeller (Altrichter), ging auf
2. Paul, geb. 1722 I 19 über, der 1748 X 28 Regina Schläger heiratete und 1786 IX 13 starb.
3. Laurentius, geb. 1726 VIII 3, +1748 VII 16.
4. Andreas, geb. 1730 XI 25, von dem keine weiteren Nachrichten vorliegen.
Regina, die Gattin Paul Löfflers, ist 1730 VIII 20 als Tochter des Friedberger Bürgers und Leinwebers Albert Schläger (geb. 1692 IV 22) und dessen Gattin Elisabeth geboren. Adalbert ist ein Sohn des Martin Schläger und der Regina, Martin wahrscheinlich ein Sohn des Nikolaus Schleger, röm.kaiserl. Majestät Zolleinehmen.
Regina Löfflers Tod scheint in der Friedberger Matrik nicht auf, vielleicht hat sie ihr Sohn Johann Paul, der es, wie wir später sehen werden, zu großem Wohlstand brachte, zu sich nach Hinterweißenbach genommen, doch konnte ich auch in der Pfarre Oberweißenbach ihre Todfalls¬eintragung nicht finden.
Als Kinder des Paul und der Regina Löffler scheinen in Friedberg auf:
1. Theresia, geboren 1749 IX 19, + 1766 VI 15.
2. Josef, geb. 1752 III 2, + 1831 III 18. Dieser übernahm das Vaterhaus und führte Weberei und Bleicherei weiter. Letztere wurde „Auf der Wies“ betrieben. Hierüber schrieb mir (1933) Herr Stephan Bühler: Der “Löffler auf der Wies“ liegt auf der Straße nach St. Thoma zwischen dem Dorf Friedau und dem Waldeingange, von Friedberg aus in etwa 30 Minuten erreichbar. Die großen Wiesen am Hange müssen zum Bleichen ganz ausgezeichnet gewesen sein. Die Besitzer legten sich eine eigene Wasserleitung an, die durch einen Berg geschlagen werden musste , jedoch ist noch ein schöner Teich vorhanden. Das Haus ging noch vor 1873 in den Besitz des Fürsten Schwarzenberg über und dient heute als Forsthaus.
3. Michael, geb. 1754 IX 24, starb im nächsten Jahr,
4. Maria, geb. 1756 XI 22, gestorben 1758,
5. Johann Paul, geb. 1759 VI 25, von dem weiter unten die Rede sein wird,
6. Maria Elisabeth, geb. 1762 XI 10, und
7. Theresia, geb. 1765 II 15; von den beiden letzteren wurde mir nichts näheres bekannt.
Der in Friedberg bzw. „Auf der Wies“ verbliebene Josef Löffler, gestorben 1631 III 18, setzte den Mannstamm durch seinen Sohn Mathias (geb. 1782 II 15, gest. 1868 IV 18) fort, doch erlosch er schon mit dessen gleichnamigem Sohn (geb. 1820 VII 22, + 1877 IX 20). Weibliche Abkömmlinge sind in den Familien Stadlbauer, Obermüller, Pernsteiner und Fößner erhalten.
Uns interessiert der oben als 5. Kind des Paul und der Regina Löffler genannte Johann Paul Löffler. Er strebte wohl schon in jungen Jahren aus dem Rahmen des Vaterhauses hinaus und dürfte auch eine bessere Schulbildung genossen haben, denn er wandte sich zunächst dem Lehrberufe zu, den er als Schulgehilfe zu Kirchschlag im Böhmerwalde ausübte. Wie er von dort nach Weissenbach kam, ist nicht überliefert.
Er heiratete dort in der Pfarrkirche zu Oberweissenbach 1780 XI 28 Maria Anna Rechberger, die als Ziehtochter bei ihrem Onkel Eberhard Paul Winkler, Waxenbergischem Amtsverwalter zu Weissenbach und Besitzer des vormals Preiningschen Amtshauses, der Taberne und des ausgedehnten Liegenschaftskomplexes in Hinterweissenbach lebte, dessen Gattin Anna Katharina geborene Preining eine Schwester ihrer Mutter, der mit Mathias Rechberger in Oberneukirchen verheirateten Maria Barbara Preining, war. Die Winklerische Ehe war kinderlos. Johann Paul Löffler erwarb 1787 die Liegenschaften um 1700 fl von Eberhard Paul Winkler.
Maria Anna Rechberger war 1752 II 14 zu Oberneukirchen als Tochter des Mathias Rechberger, bürgerl. Zeug.-und Leinwebmeister, geboren. Sie starb bereits 1787 V 13. Ihrer weiteren Herkunft und ihrer weit verzweigten Familie ist ein eigener Abschnitt gewidmet.
Johann Paul Löffler brachte es in Weissenbach in kurzer Zeit durch seine Geschäftstüchtigkeit und seinen Fleiß, durch Ausnützung der damals für den Leinwandhandel überaus günstigen Zeitumstände zu einem bedeutenden Wohlstand. Er erweiterte das alte Amtshaus mit der Taferne und erbaute ein neues, schönes und geräumiges Wohnhaus, zu dem er große Gartenanlagen mit Wasserspielen schuf. Seine eigenen Pferdefuhrwerke, die oft monatelang ausblieben, verfrachteten das schöne und gute Erzeugnis vieler Hausweber, die er beschäftigte, bis Triest und sogar bis nach Italien.
In einer Stube des 1. Stockes im Gasthaus Königseder – früher „Alte Taferne“ – in Hinterweissenbach, das mit dem von Johann Paul Löfflers gleichnamigem Sohne nach dem Tod des Vaters errichteten Brauhause heute Schwarzenbergischer Besitz ist, hängt ein Ölbild, das in allegorischer Darstellung auf den Reichtum und die Erwerbszweige des löfflerischen Hauses hinweist. Das Bild stammt aber auch erst aus der Zeit Johann Paul Löfflers des Jüngeren. Es eröffnet von einer Galerie aus den Blick in eine weite Landschaft, links bildet eine Säule dieser Galerie den Abschluss, am oberen Rande ein rotsamtener Vorhang, der an der Säule in schweren Falten herunterfällt. An der Brüstung der Galerie ist als Abzeichen der Gewerbe der Löffler ein von zwei schreitenden Löwen gehaltener Braubottig mit herausragender Gerstenähre und gekreuzten Schaufeln und Schöpfer – als Bräuerzeichen – und an den Bottig gelehnt ein Anker – das Zeichen des Handels – angebracht. Ganz rechts steht auf der Brüstung eine Vase mit Blattpflanzen. Die Landschaft zeigt im Vordergrunde das helle Grün der frühsommerlichen Laubfärbung des heimatlichen Hügellandes, durch das ein mit einer Blache bedeckter großer Handelswagen zieht. Die Situation ist ähnlich wie auf der Grabplatte Johann Paul Löfflers des älteren, nur fehlt Ort und Kirche Vorderweissenbach und geht die Gegend hier in einen von rötlichem Licht eines rosig bewölkten Himmels überhauchte fremde Landschaft über. Dieses stellt eine links von einem Bergland umsäumte Meeresbucht dar, in der ein Segelschiff und mehrere kleine Schiffe zu sehen sind. Das Bild dürfte wohl von demselben Künstler stammen wie der Entwurf der Grabplatte. Soviel ich ohne genaue Untersuchung sehen konnte, ist das Bild nicht signiert.
Für das hohe Ansehen, das sich Johann Paul Löffler erwarb, zeugt der Umstand, dass er von Kaiser Franz 1810 IX 12 mit der mittleren goldenen Ehrenmedaille mit Oer und Band ausgezeichnet wurde.
Hinsichtlich des Ortsnamens sei bemerkt, dass 1806 Weissenbach in die Gemeinden Vorder- und Hinterweissenbach geteilt wurde, die Pfarre aber heißt Oberweissenbach. Aus seiner Ehe mit Maria Anna Rechberger stammen 3 Kinder,
1. Eberhard, geboren 1781 IX 12,
2. Therese, geboren 1783 II 25 und
3. Anna Katharina, geb. 1785 II 19.
Von ihnen wird später die Rede sein. Ein viertes Kind scheint 1787 tot geboren worden zu sein, denn es ist in der Taufmatrik nicht aufgezeichnet, in der Sterbematrik steht aber, dass die Mutter Maria Anna an Kindbettfieber starb.
Johann Paul Löffler heiratete hierauf schon 1787 II 28, also am 7. Jahrestag seiner 1. Eheschließung, eine Landsmännin aus Friedberg, Eleonora Greipl, geb. 1767 II 21 als Tochter des Adalbert Greipl, Leinwandhändler und Ratsbürger dortselbst (geb. 1740 IV 7, + 1800 XI 1) und dessen Gattin Anna Klara geborene Schmiedinger (geb.1742, + 1796 III 13). Aus dieser Ehe stammen weitere 10 Kinder und zwar
4. Anna Klara, geb. 1788 X 14,
5. Johann Adalbert, geb. 1789 XII 14,
6. Johann Paul, geb. 1792 III 16,
7. Franz Xav., geb. 1793 XII 13,
8. Johann B., geb. 1795 VI 23,
9. Franz Xav., geb. 1796 X 22,
10. Maria Anna, geb. 1798 X 12,
11. Josefa, geb. 1802 III 2,
12. Josef Anton, geb. 1803 III 6 und
13. Josefa, geb. 1855 IV 1.
Johann Paul Löffler starb 1818 I 28 zu Hinterweissenbach, nachdem er kurz vorher, 1818 I 25, im Beisein des Johann Bapt Mayer Pfleger seiner Grundherrschaft Waxenberg, dann des Johann Hofer, des Franz X. Jedlicka und des Mathias Seucher als erbetenen Zeugen ein Testament errichtet hatte, das den hohen Wohlstand, zu dem es der Erblasser gebracht hatte, aufzeigt und von dem sich eine zeitgenössische Abschrift in unserem Besitz befindet. In diesem Testamente wendet er zunächst den einzelnen Familienmitgliedern Vorausvermächtnisse zu und zwar seiner Gattin die Herrschaften Langhalsen und Steinbach samt allem beweglichen und unbeweglichen Zubehör, welcher Herrschaft noch 2 Überländwiesen in Weissenbach zuzuschreiben waren, mit der Einschränkung durch das Nacherbenrecht zu Gunsten des jüngsten Sohnes Anton, der dieses Erbgut zu einem billigen Preis bekommen soll, das Zugehör aber nur bis zum Werte von 4000 fl WW (Wienerwährung).
Weiters erhielt die Witwe Eleonora noch 100.000 fl WW aus der Masse gegen 3 monatliche Aufkündigung und das lebende und tote Zugehör des Hauses Nr. 40 in Weissenbach, wovon sie jedoch Sachen im Werte von 4.000 fl WW dem Sohne Xaver gegen Vergütung aus der Masse zu überlassen hatte. Endlich erhielt sie auch das Recht auf den Geschäftsbetrieb. Der Sohn Johann Paul, welcher bereits das Haus Nr. 32 in Weissenbach um 10.000 fl WW erhalten hatte, bekam lediglich das Recht, zur Ergänzung dieses Besitzes eine in die Masse gehörige Wiese um 1500 fl aus dieser zu lösen. Eberhard hatte bereits 10.000 fl WW, aber kein Haus erhalten. Er bekam nun weitere 10.000 fl.
Theresia verehelichte Greipl und ebenso Katharina verehelichte Schinko hatten schon je 5.000 fl WW Heiratsgut und je 5.000 fl Hilfe erhalten; ihnen wurde nun die Hilfe geschenkt und sie bekamen auch je 10.000 fl WW anstatt Häusern.
Bei Klara verehelichte Postl wurde das Vorausvermächtnis in die Verrechnung einbezogen, die der Erblasser mit ihrem Gatten wegen im Geschäft anliegenden Geldern hatte, und hatten beide nunmehr zusammen 10.000 fl CM zu fordern, worüber Postl bereits einen Wechsel in Händen hatte. Beide Gatten bekamen außerdem 40.000 fl 1 %ige österreichische Fondsobligationen wegen des Postl „soliden und ersprießlichen Dienstleistungen“.
Der minderjährige Erbe Franz X. erhielt das Haus Nr. 40 in Weissenbach samt Zugehör, letzteres aber nur bis zum Werte von 4000 fl WW, weiters 4 Kühe und die Sternwiese; die Hausübergabe sollte aber erst erfolgen, „ wenn es der Mutter beliebig sein wird“.
Der gleichfalls minderjährige Anton sollte seinerzeit im Substitutionswege die Herrschaften Langhalsen und Steinbach um einen billigen Kaufschilling von seiner Mutter erwerben und noch 10.000 fl WW erhalten.
Zur restlichen Masse setzte Johann Paul Löffler seine 7 Kinder zu gleichen Teilen zu Erben ein: sie umfasste die Geschäftsaktiven und Passiven, 2 Wienerhäuser und noch einige ledige Überlandgrundstücke.
Außer seiner Familie bedachte Löffler aber auch andere Stellen mit namhaften Legaten: dem Wiener Invalidenfond 8000 fl, dem Armen¬insti¬tut der Pfarre Weissenbach 200 fl, für Ausbesserung der Orgel 100 fl, auf hl. Messen 300 fl, zum Normalschulfond 100 fl, zur Verteilung an Arme beim Begräbnis 200 fl, den Dienstleuten je einen Jahreslohn, den Lorenz Asangerischen Erben in Deutsch-Reichenau 200 fl und endlich seinem Bru¬der Josef Löffler in der Wies bei Friedberg eine lebenslängliche Rente per 100 fl jährlich, für welche das Kapital in Obligationen bei Herrn Greipl deponiert werden sollte.
Zum Vormund der minderjährigen Söhne Franz X. und Anton bestimmte er seinen Schwager Kajetan Hintringer, Besitzer der Herr¬schaften Ottensheim und Landshag, früher Pfleger der hochgräfl. Seeauschen Herrschaften Helfenberg und Piberstein, der mit Barbara Greipl, einer Schwester der Eleonora, verheiratet war. Zum Testamentsexekutor ernannte er den Linzer Rechtsanwalt Dr. Josef Pflügl.
Wenn man die Vermögenswerte, über die in diesem Testament verfügt wird, zusammenstellt, so ergibt sich folgendes:
2 Wiener Häuser, die Herrschaften Langhalsen und Steinbach, das Preining d.i. die Häuser Nr. 32 und 40 samt Nebengebäuden und Überlandgründen in Weissenbach und noch mehrere dazugekaufte Überlandgrunde. Dieser Realbesitz muss auch bei den damaligen niederen Liegenschaftswerten mindestens mit 150.000 fl WW bewertet werden. Eine Inventur liegt leider nicht vor. Nach Gielges topographisch-histo¬rischer Beschreibung von Oberösterreich nach dem Stande von 1809 ist die Herrschaft Langhalsen mit den Landgütern Freyzell und Steinbach kurz vorher, d. i. kurz vor der Erwerbung durch Löffler, zu 105.000 fl feilgeboten worden. Das Geschäftsreinvermögen dürfte ungefähr auch das gleiche betragen haben, wozu noch die auszuzahlenden Beträge mit 203.000 fl WW, 10.000 fl CM, 40.000 fl in Obligationen für Postl und bei dem damaligen niedrigen Zinsfuß mindestens ebenso viele in Obligationen für Josef Löffler kommen.
Bei einem Werte des Gulden WW mit 40 xr CM errechnet sich das Vermögen mit rund 200.000 fl CM, was wieder rund 750.000 österreichischen Schillingen (Wert 1938) entspricht.
Die Herrschaften Langhalsen und Steinbach hatten Johann Paul und Eleonora Löffler erst im Jahre 1816 von der Familie von Pessler erworben. Dazu gehörte auch die Ruine Freizell bei Marsbach an der Donau, welche die Pessler der Herrschaft Langhalsen einverleibt hatten.
Johann Paul Löfflers sterbliche Überreste wurden in der Familiengruft, einer Kapelle an der Außenseite des Chores der Pfarrkirche zu Weissenbach beigesetzt. Sie war mit einem vergoldeten eisernen Gitter versehen und in ihr befand sich das Grabmonument, das seine Kinder durch Mathias Sonnberger in Hohenfurth hatten anfertigen lassen. Es ist dies eine große, kunstvoll gearbeitete Gedenktafel, die man 1925, als die Gruftkapelle in das Kriegerdenkmal der Pfarre umgewandelt wurde, ins Innere der Kirche übertragen hat. Die Tafel besteht aus einer grauen Marmorplatte, die im größeren oberen Teil eine in Flachrelief ausgeführte allegorische Darstellung, im unteren Teil aber die Inschrift enthält. Das Bild zeigt im Mittel- und Hintergrunde eine Landschaft, die unschwer als das Pfarrdorf Vorderweissenbach zu deuten ist, während 2 im Hintergrund angedeutete Gebäude offenbar den Löfflerischen Besitz in Hinterweissenbach darstellt. Links davon nimmt ungefähr ein Drittel der Bildfläche ein viereckiges Piedestal ein, das eine oben zerbrochene Vase trägt, aus der Asche auf das Denkmal herabfällt. Auf den 2 sichtbaren Seiten des Piedestals sind die Inschriften angebracht und zwar auf der linken, perspektivisch verkürzten: „Bringt uns die Trennung Schmerzen, so gibt des Wiedersehens Hoffnung Trost“; auf der Vorderseite: „Voll Tugend, Fleiß und Güte war seines Daseins Lauf, dort sprosst in Himmelsblüthe der Lohn ihm ewig auf“. Ganz am linken Rande wächst eine Trauerweide in die Höhe, die ihre Zweige über das Denkmal und teilweise noch über die Landschaft herabfallen lässt. An den Stamm gelehnt sitzt am Sockel des Denkmals eine trauernde weibliche Figur mit faltenreichem Gewand und Schleier, in der rechten Hand einen Stab haltend, in der linken ein Tränentuch zum Auge führend. Rechts am Fuß des Sockels liegt ein Totenkopf mit den gekreuzten Armknochen, davor ein sägeartiges Werkzeug. Den rechten Bildrand nimmt eine Ruine mit einem großen Tor, mehreren übereinander aufragenden Bauwerken ein, aus deren obersten Bäumchen hervorsprießen. Davor steht eine abgebrochene Säule, von der ein Teil zu Füßen des Torsos liegt.
Die Ausführung ist sehr fein und dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend. Die Inschrift lautet: „Hier ruht der wohlgeborene Herr Johann Paul Löffler, hiesiger Salzverleger und Leinwandhändler, Besitzer der Landgüter Langhalsen und Freinzell, gebohren zu Friedberg den 25 ten Juny 1759, gestorben allhier an 28 ten Jaener 1818“.
Die im Testament nicht genannten Kinder sind früh verstorben und zwar Johann Adalbert 1790 VI 30, Franz X. – der erste dieses Namens – 1795 XII 11, Johann Bapt. 1795 IX 17, Maria Anna 1799 V 30 und Josefa 1802 VII 6, alle zu Weissenbach. Von dem Jüngsten, 1805 geborenen Kind, das wieder Josefa hieß, sind die Todesdaten in der Pfarre Oberweissenbach nicht zu finden, doch ist jedenfalls auch dieses früh gestorben,
Die weiteren Schicksale der zu Jahren gekommenen Kinder mit Ausnahme des ältesten Sohnes Eberhard, der als direkter Vorfahre später behandelt wird, sind folgende:
Therese heiratete 1802 II 23 in Friedberg den Bruder ihrer Stiefmutter, Mathias Greipl, bürgerl. Leinwandhändler (geb. 1771 XII 31, + 1856 XI 5), der dort das Geschäft dieser alten Bürgersfamilie fortführte und zum Stammvater einer großen und weitverzweigten Familie wurde, die aber im Mannstamm in Friedberg erloschen ist. Eine Urenkelin ist die Frau des dortigen Gemeindearztes Dr. Hofmann, eine andere lebt dort als pensionierte Oberpostmeisterin und eine ist an der dortigen Schule Oberlehrerin. Letzterer, Frl. Franziska Greipl, verdanke ich reichliches Material über die Preining, Winkler und Löffler, auf denen meine diesbezüglichen Arbeiten fußen.
Mathias Greipl war auch der Taufpate meines Vaters. Petrus Stelzer, Pfarrer in Friedberg, schreibt in der Festschrift zur Feier des 50 jährigen Bestandes des Staatsobergymnasiums in Krumau „Aus dem Stifterkreise: Die Familie Greipl in Friedberg“ über ihn: „ Mathias Greipl gehörte zu den seltenen Menschen, denen nur Gutes nachgesagt werden kann. Die Grundzüge seines Charakters waren nur Güte und Hilfsbereitschaft. Als Hausvater konnte man ihn täglich vor dem Kruzifix kniend sein Morgengebet verrichten sehen, üble Nachrede duldete er nicht. Vergaß sich jemand in seiner Gegenwart soweit, lieblos über einen Abwesenden zu urteilen, so schnitt er die Rede sofort mit den Worten ab: ‚Wir alle sind schwache Menschen’. Seine Wohltätigkeit gegen Arme kannte keine Grenzen. Er wartete nicht, bis sie kamen, sondern er suchte sie selber auf. Ada1bert Stifter hat ihm ein dauerndes Denkmal gesetzt, in dem er in der Mappe des Urgroßvaters dem liebenswürdigen, sanftmütigen Obrist ganz die Charakterzüge des großen Leinwandhändlers Mathias Greipl verlieh.
Adalbert Stifter verkehrte häufig im Hause Greipls, da ihn innige Freundschaft mit dem Sohne des Hauses verband. Hier lernte er auch die jüngste Tochter des Hauses Fanni kennen, die er liebgewann. Nach der Familienüberlieferung spielte sich diese kleine, zarte, berühmt gewordene Liebesgeschichte also ab: Die Liebe Stifters blieb nicht unerwidert. Den Eltern Fannis schien aber doch eine Ehe mit Stifter nicht erwünscht, solange er keine gesicherte Existenz zu bieten vermochte. Der damalige Minister Baumgartner, ein gebürtiger Friedberger, nahm sich Stifters an und wollte ihm eine Lehrstelle in Prag verschaffen. Dazu war aber der Nachweis der sogenannten Konkursprüfung notwendig. Stifter legte die schriftliche Prüfung mit gutem Erfolg ab. Zum mündlichen Examen erschien er aber nicht, er hatte es vergessen. Das war nun auch Fannis Vater zu viel, er könnte ja auch einmal vergessen, dass er eine Frau hat. Damit waren Stifters Hoffnungen zunichte gemacht. Fanni selbst wandte sich tief verletzt von ihm ab.“
Anna Katharina Löffler heiratete den Wiener Großkaufmahn Schinko – übrigens auch ein südböhmischer Name; von ihr ist mir nichts Näheres bekannt, als dass alle Kinder vor der Mutter gestorben sein sollen. 1818, zur Zeit der Testamentserrichtung ihres Vaters, lebte sie noch und war bereits verheiratet. Nach einer Mitteilung meiner Cousine Martha Bibl in Salzburg ist sie in Linz gestorben und kamen viele Gegenstände aus ihrem Nachlass an die Großmutter und von dieser 2 Ölbilder, die das Ehepaar Schinko darstellen, in Riederer’schen Besitz.
Anna Clara, geb. 1788 X 14 als erstes Kind der Eleonora Löffler geb. Greipl, verheiratete sich mit dem k.k. Regimentsarzte Dr. med. Kaspar Postl, + 1871 V 19 zu Wien (Schottenpfarre, Parte); aus dieser Ehe stammen Dr. Karl Postl, 1871 k.k. Oberfinanzrat, und Pauline, verheiratete Moser, die Gattin des k.k. geheimen Rates, k.k. Sektionschefs und Gouverneur der österreichisch-ungarischen Bank Alois Moser (geb.1818 VI zu Leopoldschlag in Oberösterreich, + 1897 VIII 31. zu Wien, Schotten), dessen Namenszug alten Österreichern noch von den Banknoten zu 5 und 50 fl in Erinnerung sein dürfte. Er war ab 1873 Gouverneur der Bodenkreditanstalt und ab 1878 IX 28 Gouverneur der österreichisch-ungarischen Bank.
Johann Paul Löffler der Jüngere – in der Tradition nur Paul genannt – verheiratete sich 1816 VII 2 in Oberweissenbach mit der 19 jährigen Theresia Feldmüller, Tochter des Schiffmeisters zu Schloss Persenbeug Mathias Feldmüller und dessen Gattin Eleonora geb. Fejertag. Bei ihrer Taufe ist laut Überlieferung, die auch Reitshammer (s. unten) erwähnt, Kaiser Franz Josef I. Pate gewesen. Sie starb 1861 V 12 in Langhalsen.
Zunächst widmete sich Paul Löffler offenbar gemeinsam mit seinem Bruder Franz X. der Fortsetzung des väterlichen Geschäftes in Hinterweissenbach, wo er wie bereits erwähnt ein Bräuhaus einrichtete, das noch heute in Betrieb ist. Zumindest scheint die Familie dort ihren ordentlichen Wohnsitz gehabt zu haben, während die Mutter wohl mit ihrem jüngsten Sohn Anton nach Langhalsen übersiedelt sein dürfte, das ihr als Witwengut in erster Linie zugewiesen worden war. Später, wohl erst nachdem diese Herrschaft nach dem Tode Antons 1838 ihm und seinen Geschwistern zugefallen und er 1839 auch die Anteile der letzteren erworben hatte, wandte er seinen Unternehmungsgeist diesem Besitze zu. Durch seine reiche Heirat und das eigene Vermögen gelang es ihm auch, Langhalsen wieder in die Höhe zu bringen und die Mittel aufzubringen, die seine Bauten verschlangen. Im Jahre 1839 baute er das Brauhaus großartig aus, die Tafel im Sudhaus berichtet es uns, und ließ die tiefen Keller graben. Langhalsener Bier wurde zu einer Spezialität und noch heute wissen Neufeldner zu berichten, wie es im Gasthof zur Kanone in Linz jedesmal ein freudiges Ereignis war, wenn es hieß, heute gibt es Langhalsener. Im Meierhof errichtete er eine Branntweinbrennerei. In großen Fässern standen alle Sorten zum Verkauf: Wacholder, Kimmgeist, Korner, Vogelbeerbamer. Außerhalb Langhalsen, auf dem Weg nach Maria Pötsch baute er eine Ziegelfabrik. Die Leinwandbleiche kam zu neuer Blüte. Desgleichen stammen von ihm ein „Trücker Stadel“ zum Trocknen des Flachses, eine „Haarrötz“ eine Röste, in der Flachs in Wasser gelauft wurde, und eine Hopfendarre. Alles ist längst zerfallen. Die alte Mühle bekam neue Arbeit durch Vermahlung von Malz, so dass sie im Volksmund rundweg „Malzmühle“ hieß. Unter dem vorhängenden Felsendach an der großen Mühl amtierte der Schindelschneider, der die auf der Mühl geschwemmten Scheiter auffing und verarbeitete. Am Platz vor dem Kirchlein stand die Werkstadt des Schlosszimmermanns. Auch die Kirche vergaß Löffler nicht. Am Turm noch konnte man lesen L.R. 1862: von Löffler renoviert 1862. Unter den Löfflern war auch der „Pfarrhof“ zeitweise wieder von Benefiziaten bewohnt, starb jedoch dort 1829 Benefiziat Hugo Weiding, ein Niederländer, von dem die Leute sagen, er hätte in der französischen Revolution flüchten müssen. Auch ein Altenfeldener Pfarrer Wenzel Heinze, ehemaliger Jesuit, der geistreiche Professor der Poesie und Rhetorik in Linz, der letzte Direktor des Nordikums, zog sich im Jahre 1828-1830 nach Langhalsen zurück. In Neufelden fand er seine letzte Ruhestätte. Eine Marmortafel auf der Evangelienseite des Presbyteriums bewahrt uns seine Lebensdaten.
Zu seinen Besitzungen Langhalsen, Steinbach, Marsbach und Hinterweissenbach hatte Paul Löffler auch noch lange Jahre den Meierhof des Schlosses Gneisenau in Kleinseil in Pacht. Mit seinem Tode war auch Langhalsens Blütezeit vorbei. Die Söhne Löfflers waren verschwenderisch und der Zusammenbruch der Familie war nicht mehr aufzuhalten. Rasch wechselten in der Folge die Besitzer und schließlich fiel 1925 Schloss, Kirche und alle anderen Baulichkeiten in Langhalsen der Errichtung des Stausees für das Partensteiner Elektrizitätswerk zum Opfer.
Nach Hassleder, Geschichte des Marktes Neufelden , war Paul Löffler auch ein großer Förderer des Mühlviertler Hopfenbaues; allein auf seinem Besitz sind 1845 2500 alte und 1600 neue Hopfenstangen gezählt worden.
Anlässlich der von Kaiser Ferdinand im Märzpatent 1848 bewilligten Volksbewaffnung finden wir in den nächsten Jahren Paul Löffler auch als Hauptmann der Nationalgarde zu Neufelden.
Johann Paul Löffler starb in Langhalsen 1868 I 15; seine Frau Theresia war ihm 1861 V 10 ebendort vorausgegangen. Diesem Paare wurden folgende 5 Kinder geboren:
Eleonora Theresia, geb. 1818 VII 31,
Mathias, geb. 1820 III 4,
Johann Paul, geb. 1823 IV 23,
Heinrich Kajetan, geb. 1827 VII 15 und
Franz X., geb. 1831 X 9.
Drei von diesen Kindern fielen im Herbst 1830 einer Seuche (Scharlach) zum Opfer und zwar Eleonora Theresia XI 3, Johann Paul X 19 und Heinrich Kajetan X 28. Aber auch das jüngste Kind Franz X. starb im Kindesalter 1835 IX 22, so dass Mathias allein übrigblieb. Dieser heiratete 1844 VII 22 in Oberweissenbach Theresia Kassberger, geb. 1826 I 6 in Linz (St. Josefpfarre), die Tochter des Linzer Gastwirtes „Zum schwarzen Bären“ Herrengasse Nr. 754. Aus dieser Ehe entsprossen 12 Kinder und zwar:
1. Katharina, geb. 1845 XI 24,verheiratet mit Georg Königseder, einem Bräuerssohn aus Neukirchen am Wald und Bräuer zu Freizell, das damals zur Löfflerischen Herrschaft Langhalsen gehörte;
2. Jakob, geb. und gest. 1846 VII 14,
3. Mathias, geb. 1848 II 23, verh. 1881 XI 21 mit Maria Stockinger;
4. Eduard, geb. 1849 X 12, gest. 1850 VII 25,
5. Theresia, geb. 1852 VIII 23, gest. 1854 XII 1,
6. Johann Paul, geb. 1853 VIII 27; er war Bierversilberer und später Gastwirt in Wien; ich glaube es ist derselbe Paul Löffler, der uns in den 90er Jahren in Linz einige Male besuchte. Dieser war ein ungewöhnlich großer und starker Mann mit einem mächtigen Vollbart. Er war verheiratet und hatte mehrere Kinder.
7. Karl d. Gr., geb. 1854 XII 16 war Husarenrittmeister, endete aber sein Leben auf tragische Weise in den 90er Jahren in Slosow in Galizien.
8. Rudolf, geb. 1856 IV 14, ist im Sommer 1933 in Südtirol in angesehener Stellung gestorben,
9. Rosalia, geb. 1857 V 29, gest. 1857 V 30 zwei Stunden alt. In den Matriken ist aber das Tagesdatum vertauscht, so dass das Kind vor der Geburt gestorben wäre.
10. Ludwig, geb. 1858 VIII 6, Fabrikant von Brauereieinrichtungen in Wien,
11. Sophie, geb. 1862 V 4, sie pflegte ihre Mutter während deren langer Krankheit, wurde dadurch gemütskrank und starb in der Irrenanstalt in Niedernhart bei Linz nach 1899 ,
12. Maria, geb. 1865 VI 30, widmete sich dem Ordensstande und war Oberin eines Frauenklosters in Linz.
Es wäre gewiss zur Vervollständigung dieser Familiengeschichte geboten, auch diesen Verzweigungen des Löfflerstammes nachzugehen oder wenigstens die Personaldaten der angeführten Verwandten zu ergänzen, doch muss ich das anderen Interessenten überlassen. Hier muss ich nur noch erwähnen, dass Mathias den Löfflerischen Besitz in Hinterweissenbach an einen Herrn Tröster verkaufte, der zur Greipl‘schen Verwandtschaft in Friedberg gehörte. Dieser verkaufte ihn anfangs der 70er Jahre an einen sich Pohl nennenden Sachsen, der sich aber bald als ein geflohener Defraudant namens Pilz entpuppte. Bei der Wiederveräußerung des Besitzes gelang es nochmals einem Löffler-Nachkommen, dem Gatten der ältesten Schwester Katharina, Georg Königseder, denselben zu erwerben, doch war er nicht mehr zu halten und ging nun das Brauhaus und die Taberne in fürstlich Schwarzenbergischen, die übrigen Besitzungen aber in bäuerlichen Privatbesitz über. Königseder blieb als Bräuer und Pächter der Gastwirtschaft, worin ihm sein Sohn Leopold folgte. Dieser fiel im Weltkrieg und nun betreibt dessen Witwe das Gasthaus weiter, zugleich als letzte Säule Löfflerischer Tradition in Weissenbach. Bei meinem Besuch dort im Sommer 1939 fand ich die in Schwarzenbergischen Besitz befindlichen Objekte wohl erhalten, das alte Preinig’sche, von Johann Paul Löffler Vater und Sohn so reich ausgestattete Wohn- und Geschäftshaus (Hinterweissenbach Nr. 32) aber dem Verfall nahe, die kunstvollen Schmiedeeisentore dem Roste preisgegeben. Das neue Barockhaus Nr. 40, das ursprünglich Franz X. erbte, ist in besserem Zustand.
Dieser Franz X., der beim Tode seines Vaters Johann Paul des Älteren noch minderjährig war, hatte sich später mit seiner Base Luise Hintringer vermählt, einer Tochter des Paul Kajetan Hintringer, Besitzer der Herrschaften Ottensheim und Landshag und der Barbara geb. Greipl, einer Schwester seiner Mutter. Im Trauungsbuche der Pfarre Helfenberg, in dem die Ehe Hintringer-Greipl 1797 X 29 eingetragen ist, wird der Bräutigam als Pfleger der hochgräflich Seeauischen Herrschaften Helfenberg und Piberstein, 30 Jahre alt, Sohn des Franz Hintringer, Tabernwirte und Herrschaft Pibersteinscher Gollneramtsverwalter zu Gollner in der Pfarre Rohrbach und dessen Frau Euphrosine bezeichnet. Franz X. führte bis 1839 wie es scheint das Weissenbacher Geschäft gemeinsam mit seinem Bruder Johann Paul weiter. Da von seinen 6 Kindern:
Franz X. geb. 1821 XI 14,
Theresia, geb. 1823 II 25,
Karl Rudolf, geb. 1826 VIII 30,
Rosalia, geb. 1828 IX 4,
Pauline, geb. 1830 VII 14
und ein 1832 V 25 totgeborenes Kind nur ein Mädchen zu Jahren kam, nämlich Rosalia, diese aber unverheiratet blieb, fiel nach Franz X. Tode der ganze Besitz an seinen Neffen, den früher erwähnten Mathias den Älteren, während Rosalia nur das Haus Nr. 40 bis zu ihrem Ende der 90er Jahre erfolgten Tode beibehielt.
Schließlich sei noch Johann Paul Löffler des älteren jüngster Sohn, Johann Anton erwähnt, welchem nach dem Tode der Mutter die Herrschaften Langhalsen und Steinbach zufielen. Es ist auffallend, dass von ihm die Tradition völlig schweigt, auch mein Papa und die Löfflertanten haben ihn nie erwähnt. Erst meine Erhebungen beim Pfarramte Neufelden 1939 haben ergeben, dass er verheiratet war, und zwar fand die Trauung 1830 IX 30 in Neufelden statt. Die Braut hieß Magdalena Grawinkler und war die Tochter des Ignaz Grawinkler, Besitzer des Weinhauses in der Lederergasse in Linz, und der Magdalena geborene Rittenschober. Ich konnte nur ein Kind dieses Paares feststellen, die 1831 VI 30 in Neufelden getaufte Anna Magdalena, die aber schon 1831 VII 21 starb.
Nach Hassleder ging der Besitz der Herrschaften nach Antons Tode, der aber offenbar nicht in Langhalsen eintrat, da er in der Neufeldener Sterbematrik nicht verzeichnet ist, 1838 an seine Geschwister über (siehe oben).
Johann Pauls ältester Sohn Eberhard Löffler hatte sich schon im Jahre 1809 in Neufelden niedergelassen. Er kaufte dort 1809 III 16 von dem damaligen Marktrichter und bürgerl. Leinwandhändler Michael Löffler und dessen Frau Josefa das Haus Nr. 65 und erweiterte 1809 IV 18 den Besitz durch Zukauf eines Grundstückes „untern Berg“ vom damaligen Besitzer der Herrschaft Langhalsen Josef Karl Edlen von Peßler .
Der Besitzvorgänger am Hause Nr. 65, Michael Löffler, hatte dasselbe 1799 I 10 erworben, er war früher Leinwandhändler in Putzleinsdorf . Ob und wie er mit dem Friedberger bzw. Weissenbacher Löffler bekannt war, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Die bisherigen, aber nicht vollständig schlüssigen Forschungsergebnisse weisen auf Wegscheid in Bayern, so dass also ein allfälliger gemeinsamer Ahne sehr weit zurück liegen müsste.
1810 II 28 verehelichte sich Eberhard Löffler mit Maria Elisabeth Rech¬berger, die 1789 XI 11 zu Ottensheim als Tochter des Johann Michael Rechberger, bürgerl. Zeughändler in Linz und dessen Gattin Magdalena geborene Reiter das Licht der Welt erblickt hatte. Die Trauung fand – offenbar unter Patronanz des Onkels Hintringer der ja Herr auf Schloss Ottensheim war – in der dortigen Pfarrkirche über Delegation des Stadtpfarrers von Linz statt. Über die Familie Rechberger handelt ein besonderer Abschnitt.
Eberhard Löffler betrieb in Neufelden den Leinwandhandel, jedenfalls zunächst in Anlehnung an die große Faktorei seines Vaters in Hinterweissenbach. 1814 II 19 wurde er bei der ersten Konstituierung des Magistrates Neufelden zum 2. Magistratsrat gewählt. Ab 1816 war die benachbarte Herrschaft Langhalsen Besitz seiner Eltern bzw. ab 1819 seiner Stiefmutter. 1817 1 23 kaufte Eberhard von Anton Humel, Leinwandhändler in Lembach, das Bürgerhaus Nr. 19 (alt 17) in Neufelden samt mehreren Grundstücken um 17.000 fl und verkaufte das bisherige Haus Nr. 65 (62) 1820 VI 15 an Pillewitzer, welcher darin die Apotheke errichtete . Er erwarb noch 1825 I 24 von den Leinwandhändlers-Ehegatten Georg und Josefa Vorauer den Hälfteanteil an einer zwischen den Häusern 42 und 54 in Neufelden gelegenen Leinwandmang um 280 fl CM und das Zugeständnis einer zeitweiligen Benützung durch den Verkäufer.
1826 – 1840 war Eberhard Löffler Bürgermeister von Neufelden. Von meinem Vater weiß ich, dass Eberhard Löffler nach einer kurzen Glanzzeit wirtschaftlich wenig Erfolg hatte. Er starb 1847 V 22 in Neufelden. Testament und Abhandlung bzw. Aufschreibungen sind leider außer den Belegen über Krankheits- und Leichenkosten nicht vorhanden. Aus der Rechnung des Bezirksarztes Dr. Wagner geht hervor, dass die Todeskrankheit anfangs März begann. Ihre Art ist nicht zu ersehen.
Dass Urgroßvater Löffler viele und große Verluste namentlich auch durch die Handelsbeziehungen zu Italien erlitt, geht auch aus dem Umstand hervor, dass im Jahre 1899 noch eine bei der Sparkasse in Verona für Eberhard Löffler aus Neufelden, unbekannten Aufenthaltes, deponierte Zahlung eines seinerzeit unfähigen Schuldners zum Vorschein kam, die bei ihrer Hinterlegung im Jahre 1870 1562,58 Lire betragen und bis Anfang 1900 auf 4927,01 Lire angewachsen war. Nach Durchführung der entsprechenden weitwendigen Nachtragsabhandlungen erhielten auch mein Bruder und ich Anteile von je K 132,86 heraus. Um die Durchführung der Sache hat sich besonders Onkel Ludwig Reiter (siehe unten) verdient gemacht. In Verona vertrat die Erben Rechtsanwalt Cavaliere G. F. Bianchi, der die Angelegenheit von Anfang an aufgegriffen hatte.
Auffallend ist, dass Eberhard Löffler seitens seiner damals noch sehr gut situierten Halbbrüder wie es scheint keine oder nur unzureichende geschäftliche Unterstützung fand; dies um so mehr, als es ja seine leibliche Mutter war, die durch den reichen Winklerischen Besitz den Löfflerischen Reichtum in erster Linie begründet hatte.
Die Witwe Elisabeth ordnete den Nachlass und verkaufte das ihr durch die Einantwortung von 1848 I 6 zugefallene Bürgerhaus Nr. 19 durch Kaufvertrag von 1849 IX 4 um 4000 fl CM an die Marktkommune Neufelden, die sich damals vor die Notwendigkeit gestellt sah, für das im Markt zu errichtende Bezirksgericht und Steueramt Räumlichkeiten zu beschaffen. Die Fronfeste wurde später (1854) dazugebaut, die Scheuer und eine kleine Wiese aber abverkauft.
Die Witwe – meine Urgroßmutter – übersiedelte mit ihren beiden unverheirateten Töchtern Eleonora und Anna nach Linz und starb hier 1862 III 10. Wie so oft war aus einer reichen Braut in den Wechselfällen des Lebens eine dürftige Witwe geworden, wie die Abhandlung zeigt, die einen reinen Nachlass von 5948 fl 7 xr österreichische Währung ausweist. Unter den Aktiven scheint auch eine Darlehensforderung an ihren Schwiegersohn, meinen Großvater Johann Marckhgott, mit 901 fl CM = 946 fl 67 xr öW. bzw. samt teilweise rückständigen Zinsen mit 1242 fl 3 xr öW. auf.
Der Ehe Eberhard Löfflers mit Maria Elisabeth Rechberger waren folgende Kinder entsprungen:
1. Maria Barbara, geb. 1810 XII 3 in Linz, meine Großmutter, von der bereits bei der Behandlung des Marckhgottstammes die Rede war,
2. Elisabeth, geb. 1812 III 3 in Neufelden; sie heiratete 1837 XI 7 den Arzt Franz X. Fossel, der 1802 IX 8 in Arnfeld in der Steiermark als Sohn des gleichnamigen gräflich Schönbornschen Gutsinspektors und dessen Frau Anna, geborene Kellner, geboren, damals nach seiner 1. Gattin Antonie, geborene Jenner Edle von Verguz Lebegg (+1838) verwitwet war und 1866 I 20 als Kreiswundarzt in Ried im Innkreis starb. Ein Sohn erster Ehe, Friedrich, geb. 1843 I 6 starb 1849 im Felde.
Die Daten über die Familie Fossel entnehme ich dem mir von meinem Vetter Landesgerichtspräsident Dr. Carl Fossel in Graz freundlich überlassenen Selbstbiographie seines Vaters Dr. Viktor Fossel und Mitteilungen des ersteren. Franz X. und Elisabeth hatten 9 Kinder:
a) Elisabeth, geb. 1838 IX 16 in Ried i.I.; sie heiratete 1862 IX 16 den Landesingenieur, später Oberbaurat Ludwig Reiter (geb. 1832 XI 7, + 1910 VII 30 zu Linz) und starb 1903 I 23 in Linz. Das Paar hatte eine Tochter Emma, geb. 1874 II 10, die viel bei den Tanten Anthoines verkehrte und so auch zu unseren Jugendgenossen gehörte, wenn sich auch damals der Altersunterschied mehr auswirkte. Sie heiratete 1888 II 14 den Evidenzhaltungsgeometer Otto Noflatscher in Salzburg und hat eine Tochter Elisabeth, geb. 1900 I 28, die Klosterfrau in Hall in Tirol ist, wo auch die Mutter ihren Lebensabend verbringt.
b) Amalie, geb. 1839 XII 15,
c) Franz, geb. 1841 VII 27 in Ried; er studierte an der Realschule, wollte die militärische Laufbahn einschlagen, schied aber aus Gesundheitsrücksichten als Artilleriekadett wieder aus, trat beim Finanzinspektorat in Ried in den österreichischen Zolldienst und war zuletzt Zolloberamtsverwalter in Passau, wo er 1873 Franziska Groll (geb. 1849) heiratete. Dieser Ehe entsprossen 3 Töchter, von denen Maria, geb. 1847 XI 10, in Salzburg lebt und Elise, geb. 1876 V 21, 1926 VI 11 gestorben ist. Die Jüngste, Franziska, geb. 1878 VII 12, heiratete 1898 den Bahnbeamten Otto Paul und starb 1915 IV 11. Von ihren 2 Söhnen ist Dr. Ing. Fritz Paul Gutsverwalter und Forstmeister auf Schloss Tannhausen bei Welz in Steiermark. Ich habe Franz Fossel ein einziges Mal beim Leichenbegängnis einer seiner Schwestern gesehen. Frau Paul war jung verheiratet in Linz und verkehrte damals bei meinen Tanten.
d) Chlothilde, geb. 1843 V 11 in Ried im I., gestorben 1859 III 22 ebendort,
e) Theodor, geb. 1844 IX 9, gest.1845 III 5,
f) Viktor, geb. 1846 I 13 in Ried, wandte sich dem väterlichen Beruf zu und beschreibt seinen Lebenslauf in dem oben als Quelle bezogenen, als Handschrift gedruckten und im Besitz der Familie Fossel befindlichen Büchlein „Erinnerungen aus meinem Leben“, aus dem ich nur kurz anführe, dass er seine Jugend in Ried verbrachte, 1856 – 1864 das Gymnasium in Kremsmünster besuchte und dann die Grazer Universität als Mediziner bezog. Er gehörte der Burschenschaft Styria an und promovierte 1870 I 12 zum Doktor der gesamten Heilkunde, woran er sogleich Spitalspraxis knüpfte. 1873 trat er als Bezirksarzt in Liezen (Steiermark) in den Staatsdienst. In Linz lernte er Emma Erlich, die Tochter des kaiserl. Rates und Musealkustos Erlich kennen, die eine Nichte des Apothekers Dr. Hermann Vielguth war, der durch seine Frau mit der Dierzerischen Familie verschwägert war. 1877 VIII 28 fand in Linz die Trauung statt. Der Ehe entsprossen 2 Kinder, Karl, geb. 1878 VI 11, jetzt Landgerichtspräsident in Graz, mit dem ich wegen der Rechbergervorfahren, seiner Frau, Gertruds Dierzer von Traunthal, die er 1904 II 2 geehelicht hatte, in Schriftwechsel kam und dem ich auch die vorbezeichnete Lebensbeschreibung seines Vaters verdanke, und Martha, geb. 1880 V 16, beide in Liezen. Letztere blieb im Elternhause und widmete sich vorwiegend künstlerischen Neigungen auf dem Gebiete der Malerei und Musik. 1882 vertauschte Dr. Viktor Fossel seinen Posten mit dem des Grazer Landphysikates und beschäftigte sich in dieser Zelt unter anderem auch mit heimatkundlichen Studien. Zur Feier des hundertjährigen Bestandes des Grazer Krankenhauses schrieb er den historischen Teil der Festschrift, die 1888 XII 15 aus diesem Anlasse erschien.
Den Sommer brachte die Familie meist in der Noitzmühle bei Wels, einer Besitzung Dr. Vielguths, zu, an deren öftere Erwähnung in meiner Jugend ich mich gut erinnern kann. Dr. Vielguth gehörte durch seine Frau Rosa (geb. 1832 V 31 in Linz) auch zu dem großen Dierzerschen Familienkreise. Er war Apotheker in Linz und sehr vermögend. Das Ehepaar hat sich, da es kinderlos war, hervorragend caritativ betätigt. Unter anderem vermachten sie ihr großes Haus am unteren Ende des Hauptplatzes an der Zufahrt zur Brücke – das nun dem Neubau des Oberfinanzpräsidiums weichen musste – „aus der Barmherzigkeit für unheilbare Kranke“ als Vielguthstiftung.
1892 V 1 wurde Dr. Viktor Fossel Direktor des Allgem. Krankenhauses in Graz, war seit demselben Jahre auch Vorsitzender des steiermärkischen Landessanitätsrates. An der Universität trug er Geschichte der Medizin vor. 1906 V 1 trat er als Spitalsdirektor in den Ruhestand, führte aber die Professur weiter. Er starb 1913 VIII 18 in Graz und ist ebenso wie seine Frau (+…. ) am Linzer Friedhof begraben.
Dr. Viktor und Emma Fossel hatten 2 Kinder:
1. Karl, geb. 1878 VI 11 und
2. Martha, geb. 1880 V 16, die beide in Liezen, Steiermark, das Licht der Welt erblickten.
Karl Fossel absolvierte 1897 in Graz das Gymnasium, wurde Jurist und promovierte 1903 V 9 zum Dr. der Rechte, nachdem er seit Herbst 1901 bei Gericht praktizierte. 1904 II 2 vermählte er sich in Linz mit Gertrude Dierzer von Traunthal (geb.1884 IV 18, + Graz 1938 XI 7), deren mehrfache verwandtschaftlichen Zusammenhänge die Ergebnisse der neueren Rechbergerforschung, wie sie im weiteren Verlauf dieser Schrift niedergelegt sind, sowie der Privatdruck „ Die Förster, Streffleur und Dierzer“, die ihr Schwager, Sekt.Chef Rudolf Ritter von Förster-Streffleur 1940 in Wien herausbrachte, aufzeigen.
Dr. Karl Fossel ist seit 1935 Vizepräs. des Landesgerichtes für Zivilrechtssachen in Graz. Seiner glücklichen Ehe entsprossen 3 Kinder:
a) Anna Marie, geb. 1905 II 11 in Graz sie unterzog sich dem Jusstudium und ist Dr. jur. und Fachlehrerin; ich habe sie 1935 bei einer Veranstaltung in Linz kennen gelernt. In jüngster Zeit sind 2 sehr schöne Büchlein über die heimatliche Flora mit reichen Illustrationen auf Grund eigener, künstlerischer Photoaufnahmen von ihr in den Buchhandel gekommen.
b) Max, geb. 1907 I 15 in Bruck a.d. Mur; er wandte sich dem ärztlichen Beruf zu und ist Dr. med. und Universitätsassistent in Graz. 1935 III 11 vermählte er sich in Bad Aussee mit Attie Jookes, geb. 1912 IV 19 zu Aerdenhout, Holland.
Das Paar hatte 3 Kinder: Karl Theodor, geb. Graz 1936 V 18, Christina Elisabeth, geb. in Groisbach bei Graz 1937 XII 22 und Max Gerhard, geb. 1939 VII 29.
c) Kurt, geb. 1913 III 29 in Judenburg, der sich vor kurzem mit seiner Cousine Dorothea Nissl (geb. Wien 1920 V 24), einer Enkelin Rudolf v. Förster Streffleurs, vermählte.
Martha Fossel ist wie ihre Tante Berta (siehe oben) graphische Künstlerin und lebt bei ihrem Bruder in Graz.

g) Maria, geb. 1847 I 13 starb als Kind,
h) Berta, geb. 1847 I 13 in Ried, gest. 1895 XI 26 in Linz, wo sie in der Zeit, in der ich mich an sie als Tante Berta erinnere, hier in der Stifterstraße wohnte. Sie widmete sich hauptsächlich der Zeichenkunst, in der sie auch Privatstunden erteilte. Sie gehörte zum Freundeskreis, den die Tanten Anthoine um sich gesammelt hatten und der sich dort zu Sonntagnachmittagsjausen traf. Sie war meinem Bruder und mir sehr gut gesinnt und wir bekamen von ihr öfter kleine Geschenke. Aus dem Nachlass der Tanten sind mehrere Handzeichnungen von ihr auf uns gekommen.
i) Karl, geb. 1851 XI 1, gest. 1858 VI 13.
Damit wäre das erschöpft, was ich im Rahmen unserer Familiengeschichte über die Fossel’schen Verwandten zu sagen hätte, und wir kommen wieder zum Löfflerstamm zurück.

3. Johann Löffler geb. 1814 V 13 in Neufelden; über sein Leben ist mir nicht Näheres bekannt. Ich erfuhr von seiner Existenz erst auf der Suche nach seinem Totenschein, der zur Flüssigmachung der früher erwähnten italienischen Erbschaft benötigt wurde und den ich, damals als Hochschüler in Wien, dort im Garnisonspital 2 (Rennweg) besorgte, wo Johann 1851 IV 13 als Artilleriekorporal gestorben war.
4. Eleonora, geb. 1815 I 30 in Neufelden und gestorben 1897 IV 13 in Linz (St. Mathiaspfarre). Da sie ihr Leben mit dem ihrer jüngeren, gleichfalls unverheirateten Schwester Anna teilte, werde ich beider unter einem gedenken.
5. Josef, geb. 1819 VII 6 in Neufelden, war Bräuer bei seiner Verwandten in Hinterweissenbach und starb dort 1850 IV 9.
6. Anna, geb. 1820 I 6 in Neufelden, gestorben 1905 XII 30 in Linz (St. Mathias). Sie blieb ebenso wie ihre Schwester Lori (Eleonora) unverheiratet. Beide lebten nach Auflösung des Neufeldener Hausstandes mit ihrer Mutter in Linz zusammen und führten nach dem Tode derselben gemeinsam den kleinen Haushalt weiter, zu dessen Unterhaltung sie sich der Betreuung von Koststudenten widmeten. Sie hatten solche durchwegs aus guten Häusern und es sind manche Bekannte und erfolgreiche Männer aus ihrem Kosthaus hervorgegangen. Ich erwähne nur den Bezirkshauptmann Hofrat Graf Schmiedegg, Hofrat und Landessanitätsreferent von Oberösterreich Dr. Julius Locker und den berühmten Pianisten und Liszt Interpreten August Göllerich.
Das unter den Namen „Löfflertanten“ in der ganzen Verwandtschaft hochgeachtete Schwesternpaar bildete auch tatsächlich einen Mittelpunkt derselben, wie auch aus den Korrespondenzresten, die ich habe, hervorgeht. Sie hielten den Verkehr mit Friedberg und Hinterweissenbach und mit zahlreichen verschwägerten Familien, z.B. Hintringer aufrecht, hinsichtlich derer es heute schwer fällt, auch nur den Zusammenhang aufzuklären. Sie griffen auch immer helfend ein, wenn sie ein Neffe anpumpte, und kamen dabei wohl auch zu Schaden, besonders einmal, als sie als Mitschuldner den Wechsel eines Wucherers mitannahmen.
Wir kamen als Kinder bei unseren Linzer Aufenthalten und später in unserer Linzer Zeit oft zu den Löfflertanten auf Besuche. Sie wohnten in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts bei der „Dreifaltigkeit“ am Hofberg, später im Scharitzerhaus Nr. 9 am Graben und zuletzt, wie schon erwähnt, in der Stifterstraße Nr. …. Nach dem Tode Tante Loris zog sich Tante Anna in das Hospiz der Kreuzschwestern in der Stockhofstraße zurück. Sie war im Besitze zweier schöner Ölbilder ihrer Eltern, welche nach ihrem Tode von den Erben an Dr. Viktor Fossel überlassen wurden, dessen Sohn Karl mir vor kurzem sehr schöne photographische Wiedergaben derselben zukommen ließ. Als Erben des kleinen Restes des einstigen Löfflerischen Vermögens hatten sie ihre Nichte Riederer in Salzburg und Maria Marckhgott, die älteste Tochter ihres Neffen Franz Marckhgott in Wien, eingesetzt.
Es ist sehr schade, dass ich nicht seinerzeit auf den Gedanken gekommen bin, die Löfflertanten über die verschiedenen und weitverzweigten verwandtschaftlichen Beziehungen eingehend zu befragen und mir Aufzeichnungen darüber zu machen. Es wäre dadurch manche mühevolle Arbeit meiner nunmehrigen Familienforschung erspart und manche Lücke in ihren Ergebnissen vermieden worden.

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